Bericht von Rundreise mit Dan Berger aus den USA

drache Im Januar 2013 fanden in Berlin, Stuttgart, Frankfurt am Main und Hamburg vier Veranstaltungen mit dem US-amerikanischen Aktivisten Dan Berger statt. Er berichtete zunächst über die sozialen und revolutionären Kämpfe der 1960er und 1970er in den USA. Seit der gewaltsamen Zerschlagung dieser Bewegungen durch FBI und Justiz gibt es sehr viele politische Langzeitgefangene. Dan Berger beschrieb den darauf folgenden Einstieg der US-Behörden in die Masseninhaftierung, der sich am stärksten gegen die Communities richtete, die sich vorher an den Aufständen beteiligt hatten. Mit der industriellen Ausbeutung der Gefangenen und der Privatisierung des ehemals staatlichen Justizvollzuges ist inzwischen die größte Gefängnispopulation der Welt entstanden. Ein Viertel aller Gefangenen weltweit sitzen derzeit in den USA ein und werden im Gefängnisindustriellen Komplex. Seit einigen Jahren hat in den USA eine Kampagne zur „de-carceration“, auf Deutsch „De-Haftierung“ begonnen, die sich für die Freiheit aller Gefangenen einsetzt und dabei sowohl in Organisierung als auch Mitteln an den Erfahrungen der Black Power Bewegung orientiert. Außerdem gab es bei der Veranstaltungsreihe Beiträge von vier politischen Langzeitgefangenen, die ihre Sicht zum Thema beisteuerten: Mumia Abu-Jamal (ehemals Black Panther Party, Journalist, seit 1981 inhaftiert), Sundiata Acoli (ehemals Black Panther Party und Black Liberation Army, seit 1973 inhaftiert), David Gilbert (ehemals Weather Underground, seit 1981 inhaftiert) und Oscar Lopez Rivera (puertorikanischer Widerstand, seit 1981 inhaftiert). Des Weiteren wurde eine Ausstellung mit Stencils von sechs politischen Langzeitgefangenen gezeigt.

Längerer Bericht mit Fotos bei Indymedia

Fotos von der Veranstaltung im Rahmen der Rosa-Luxemburg-Konferenz